Arten von Normen: Welche gibt es?

aktualisiert am 26. März 2025

Es gibt zwei Arten von Normen: Normen als Gesetze und Verordnungen (z.B. Rechtsnormen wie das Grundgesetz) sowie Normen als technische Regelwerke (z.B. DIN Normen). Das Wort „Normen“ kommt aus dem lateinischen und heißt „Richtschnur“, Normen stellen demnach Regeln für bestimmte Zielgruppen dar.

In diesem Artikel richten wir unser Hauptaugenmerk auf Normen als technisches Regelwerk auf unterschiedlichen Ebenen (national, europäisch, international etc.). Normen gelten für Unternehmen als freiwillig anwendbar, es sei denn, sie sind vertraglich oder gesetzlich vorgeschrieben.

Bei den Normen im technischen Sinne gibt es die Grundnorm mit breit gefächertem Anwendungsbereich, die Fachnorm, die nur für ein bestimmtes Fachgebiet gilt sowie die Fachgrundnorm, die als Grundnorm auf ein spezifisches Fachgebiet abzielt. Wir von IQI helfen Ihnen bei der Einführung zahlreicher Normen in Ihrem Unternehmen und unterstützen Sie auf dem Weg zur Zertifizierung bzw. Akkreditierung.

Welche Normen gibt es?

Es gibt nationale (DIN), europäische (DIN EN) und internationale (DIN EN ISO) Normen sowie technische Normen mit Spezifikationen (TS, TR) und Harmonisierte Normen (HD). Normen im technischen Sinne werden für die Verbesserung der deutschen, europäischen und internationalen Technik, Sicherheit und Wirtschaft entwickelt.

DIN Normen - nationale Normen

DIN Normen sind national in Deutschland geltende Normen für Unternehmen. DIN steht für Deutsches Institut für Normung, das im Jahr 1917 als „Normenausschuss der deutschen Industrie“ gegründet wurde. Im Jahr 1918 erschien die erste DIN Norm (DIN 1 für Kegelstifte) und erst im Jahr 1975 hieß die DIN offiziell „Deutsches Institut für Normung“.

Der Geltungsbereich der national eingeführten Norm ist immer am Kürzel zu erkennen. In Deutschland ist es DIN, andere Länder haben unterschiedliche Abkürzungen (z.B. Österreich hat ÖNORM). Nach der Spezifikation des Landes folgt eine Zählnummer zur Spezifikation der Norm. DIN Normen sollen im Allgemeinen einheitliche Prozesse, Dienstleistungen und Produkte national gewährleisten.

DIN EN Normen - europäische Normen

DIN EN Normen sind europäische Normen, die im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gelten. Seit der ersten EN Norm im Jahr 1961 wurden mehr als 24.000 Normen veröffentlicht. Bei europäischen Normen wird immer zuerst das Länderkürzel zur Identifizierung der Sprache gesetzt, weshalb die DIN EN Normen die deutsche Version einer europäischen Norm beschreiben.

EN Normen werden von der Europäischen Union veröffentlicht und sind dann umgehend ins nationale Regelwerk des jeweiligen Landes zu übernehmen. Die EN 1 bis 1999 wurden von dem CEN (Europäisches Komitee für Normung) erarbeitet, die EN 40000 bis EN 49999 von dem CEN oder dem CENELEC (Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung) und die EN 50000 bis 59999 vom CENELEC alleine. Die DIN EN 60000 bis 69999 wurden von der IEC (Internationales Elektrotechnisches Kommission) entwickelt und dann von der CENELEC übernommen.

ISO-Normen - internationale Normen

ISO-Normen sind internationale Normen mit Geltung über den EWR hinaus. Seit dem Jahr 1947 wurden von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) mehr als 23.000 Normen veröffentlicht. DIN ISO Normen sind Standards, die unverändert von der ISO ins nationale und/oder europäische Normenwerk zu übernehmen sind.

ISO Normen werden unter der Führung der Internationalen Organisation für Normung erarbeitet und veröffentlicht, wobei sie die Absicht haben, einheitliche Qualität und Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen international zu verbessern. Die ISO erarbeitet Normen für alle Bereiche, ausgenommen sind die Elektrik und Elektronik (Zuständigkeit hat die Internationale Elektronische Kommission (IEC)) sowie die Telekommunikation (Zuständigkeit hat die Internationale Fernmeldeunion (ITU)).

VDE Normen

VDE Normen legen technische Regeln und Spezifikationen (Kriterien für Produkte und Prozesse) im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik fest. Der VDE ist der Verband Deutscher Elektrotechniker, der für die Bestimmung sicherheitsrelevanter Regeln für die Elektrotechnik verantwortlich ist.

VDE Normen haben immer ein Erklärungskürzel als TR oder TS hinter der Normbezeichnung. TR steht für Technischer Report und dokumentiert Daten des derzeitigen Standes der Norm. TR Normen werden als DIN/TR (z.B. DIN/TR 18844) oder als DIN IEC/TR (z.B. DIN IEC/TR 60865-2) dargestellt.

TS steht für Technische Spezifikation und wird gesetzt, falls Einschränkungen oder Auflagen für die Norm vorhanden sind, die die Veröffentlichung der Norm verhindert. TS Normen werden als DIN/TS (z.B. DIN/TS 12831-1) oder als DIN ISO/TS (z.B. DIN ISO/TS 22022-1) dargestellt.

Harmonisierte Normen

Harmonisierte Normen sind europäische Standards, die in allen Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums gleichermaßen gültig sind. Die harmonisierten Normen beschreiben die anerkannten Regeln der derzeitig gültigen technischen Normen und werden von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben sowie im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

Bei jeder harmonisierten Norm handelt es sich um eine EU Norm, aber nicht jede EU Norm ist eine harmonisierte Norm. Bei der Übernahme der Norm in das nationale Regelwerk sind national geltende Abweichungen erlaubt, die auf der 1. Seite der Norm in Form eines Harmonisierungsdokuments (HD) angegeben werden. Harmonisierte Normen sollen die Regeln für den Sicherheits- und Gesundheitsschutz in allen Ländern des EWR standardisieren.

Werknormen

Werknomen entstehen innerhalb eines Unternehmens und gewährleisten standardisierte, effiziente Prozesse intern. Werknormen werden in Unternehmen eingeführt, um für eine gleichbleibende Produkt- oder Dienstleistungsqualität zu sorgen und gelten nur auf innerbetrieblicher Ebene (evtl. noch für Zulieferer).

Die meisten im Unternehmen entstandener Werknormen verweisen auf externe Normen, die durch interne Spezifikationen nur erweitert wird. Beispiele für Werknormen in einem Unternehmen sind Lieferbedingungen, richtige Verwendung von Werkzeugen, Zuständigkeiten der Mitarbeiter, interne Prozesssteuerung und wichtige Prüfverfahren.

Welche Normentypen gibt es?

Es gibt drei Normentypen (Typ A, Typ B und Typ C), die bei Sicherheitsnormen für unterschiedliche Maschinen angewendet werden. Die verschiedenen Normentypen beschreiben den Anwendungsbereich sowie mögliche Ausschlüsse und kommen nur bei internationalen Normen vor. 

Typ A der Normen sind allgemeine Sicherheitsgrundnormen, die Grundbegriffe und Leitlinien für den Umgang mit sämtlichen Maschinen beschreiben. Ein Beispiel für eine Typ A Norm ist die EN ISO 12100, die die Terminologie für die Sicherheit von Maschinen festlegt und sich mit der Risikominimierung auseinandersetzt.

Typ B beschreibt Basisnormen für Sicherheit von Maschinen, die Schutzeinrichtungen für die Maschinensicherheit und Regeln für Sicherheitsbauteile aufstellen. Ein Beispiel für die Typ B Norm ist die EN IEC 62061, die sich mit der Sicherheit von Steuerungssystemen beschäftigt. Normen des Typs B1 betreffen ähnliche Maschinen, Normen des Typs B2 werden bei verschiedenen Maschinen angewendet.

Typ C sind Produktnormen, die spezifische Sicherheitsanforderungen an Maschinen stellt. Ein Beispiel für Typ C Normen ist die EN 415, die für die Sicherheit von Verpackungsmaschinen sorgt. Typ C Normen beziehen sich stets auf die Typ A und B Normen und sind entweder nur für die Anwendung bei bestimmten Maschinen oder bei mehreren Maschinen geeignet.

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