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Die Normenpyramide — Wie Managementnormen zusammenhängen

Normenpyramide — Hierarchie von Völkerrecht über Europarecht und Bundesrecht bis zu branchenspezifischen Standards wie ISO, IEC, VDA und Nadcap
Die Normenpyramide: Von staatlich-hoheitlichem Recht bis zu selbstregulierenden Branchenstandards

Wer sich zum ersten Mal mit Managementnormen beschäftigt, steht vor einem Dickicht aus Abkürzungen: ISO, EN, DIN, VDA, IATF. Die Normenpyramide bringt Ordnung in dieses System.

Ebene 1: Internationale Normen (ISO)

An der Spitze stehen die internationalen Normen der ISO (International Organization for Standardization). Die bekannteste: ISO 9001 für Qualitätsmanagement. ISO-Normen gelten weltweit und bilden die Basis, auf der alle weiteren Standards aufbauen.

Ebene 2: Europäische Normen (EN)

Das europäische Normungsgremium CEN übernimmt ISO-Normen häufig als EN-Normen. Die EN 9100 für die Luft- und Raumfahrt ist ein Beispiel: Sie baut auf der ISO 9001 auf und ergänzt branchenspezifische Anforderungen.

Ebene 3: Nationale Normen (DIN)

In Deutschland werden die Normen als DIN EN ISO übernommen. DIN EN ISO 9001:2015 ist also identisch mit ISO 9001:2015 — nur die Bezeichnung ist länger. IQI verwendet bewusst die Kurzform, weil sie im Alltag gebräuchlicher ist.

Ebene 4: Branchenstandards

IATF 16949 (Automotive), EN 9100 (Aerospace), ISO 13485 (Medizinprodukte) — branchenspezifische Standards ergänzen die ISO-Basisnormen um Anforderungen, die für bestimmte Industrien unverzichtbar sind.

Die Harmonized Structure verbindet alles

Seit 2015 teilen sich alle ISO-Managementnormen eine gemeinsame Grundstruktur: die Harmonized Structure (ehemals High Level Structure). Das macht die Integration mehrerer Normen deutlich einfacher.