Die ESRS (European Sustainability Reporting Standards) sind die Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung, die die CSRD konkretisieren. Sie legen die Datenpunkte, Methoden und Prüfanforderungen fest, die Unternehmen bei der Berichterstattung anwenden müssen. Sie umfassen die Themenbereiche Umwelt, Soziales und Governance. Die Standards sind verpflichtend für CSRD-pflichtige Unternehmen.
Definition
Die ESRS sind die von der Europäischen Kommission erlassenen Berichtsstandards, die festlegen, welche Nachhaltigkeitsinformationen Unternehmen nach der CSRD offenlegen müssen. Sie bestehen aus einem Satz von Standards, die Querschnittstandards (allgemeine und strategische Angaben), Umweltstandards (Klimawandel, Umweltverschmutzung, Wasser, Biodiversität, Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft), Sozialstandards (eigene Belegschaft, Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, betroffene Gemeinschaften, Verbraucher) sowie Governance-Standards umfassen. Zentrale Grundlage ist die doppelte Wesentlichkeit: Es wird berichtet, wie sich Nachhaltigkeitsthemen auf das Unternehmen auswirken und wie das Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft wirkt. Die ESRS verlangen konkrete Datenpunkte, Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen sowie eine klare Berichtsstruktur.
Praxisbezug
Ein mittelständischer Zulieferer, der für einen CSRD-pflichtigen Großkunden arbeitet, wird aufgefordert, Daten nach ESRS zu liefern. Er erfasst seine CO2-Emissionen (Scope 1 und 2), seinen Energieverbrauch und Kennzahlen zur eigenen Belegschaft und stellt sie dem Kunden im geforderten Format bereit, um die Wertschöpfungskette des Kunden zu vervollständigen.
Normbezug
Delegierte Verordnung (EU) 2023/2772 (ESRS); Bezug zu CSRD (Richtlinie (EU) 2022/2464)