Glossar-Begriff · Umwelt & Nachhaltigkeit

Kreislaufwirtschaft

Kurz:

Die Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, das die Entkopplung des Wirtschaftens vom Verbrauch endlicher Ressourcen anstrebt, indem Produkte und Materialien möglichst lange im Kreislauf gehalten werden. Sie ersetzt das lineare Modell "nehmen, herstellen, verwenden, entsorgen" durch Wiederverwendung, Reparatur, Aufarbeitung und Recycling. Ziel ist die Reduktion von Abfall und Ressourcenverbrauch.

Definition

Die Kreislaufwirtschaft verfolgt das Ziel, den größtmöglichen Nutzen und Wert vorhandener Ressourcen zu erhalten und Abfall zu reduzieren. Produkte und Materialien werden durch Wartung, Wiederverwendung, Aufarbeitung, Wiederaufarbeitung, Recycling und Kompostierung im Kreislauf geführt. Leitprinzipien sind die Reduzierung des Ressourceneinsatzes, die Verlängerung der Lebensdauer von Produkten sowie das Recycling am Produktlebensende. Dies erfordert eine umdenkende Produktgestaltung, die reparier-, wiederverwend- und recycelbare Produkte vorsieht, sowie Prozessanpassungen über den gesamten Lebenszyklus. Die Kreislaufwirtschaft trägt zur Senkung von Treibhausgasemissionen, zum Schutz von Ökosystemen und zur Reduktion des Primärrohstoffverbrauchs bei. Rechtlich ist sie im deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetz verankert, das eine Rangfolge von Vermeidung, Verwertung und Beseitigung vorgibt.

Praxisbezug

Ein Elektronikhersteller gestaltet seine Geräte modular, sodass defekte Bauteile leicht austauschbar sind. Er bietet Reparaturservices an und nimmt Altgeräte zurück, um wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Verpackungen stellt er auf wiederverwendbare und recycelbare Materialien um. Dadurch senkt er Abfallmengen und Rohstoffkosten.

Normbezug

ISO 9000 (Konzept Kreislaufwirtschaft); Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) als rechtlicher Rahmen

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