Ein KPI (Key Performance Indicator) ist eine messbare Kennzahl, die den Erfüllungsgrad eines Ziels oder die Leistung eines Prozesses, Produkts oder Systems bewertet. Er macht Abläufe quantitativ nachverfolgbar und liefert der Geschäftsführung eine objektive Grundlage für Steuerungs- und Verbesserungsentscheidungen.
Definition
Ein KPI ist eine Schlüsselkennzahl, die strukturiert erfasst, ausgewertet und in Beziehung zu einem Zielwert gesetzt wird. Gute KPIs erfüllen Kriterien wie Messbarkeit, Relevanz, Aktualität und klare Verantwortlichkeit. Typische Beispiele sind Ausschussquote, Nacharbeitsrate, Liefertreue, Reklamationsrate oder Termintreue. KPIs dienen nicht nur der Kontrolle, sondern vor allem der Steuerung: Sie zeigen Trends, Abweichungen und Verbesserungspotenziale frühzeitig auf. Für ein wirksames Managementsystem ist es wichtig, nicht zu viele Kennzahlen zu pflegen, sondern die wenigen, die das Ergebnis wirklich abbilden. Die Auswahl erfolgt risikobasiert und prozessorientiert. KPIs werden regelmäßig gemessen, analysiert und in die Managementbewertung eingespeist, wo sie Entscheidungen über Ressourcen und Verbesserungsmaßnahmen begründen.
Praxisbezug
Ein mittelständischer Metallbaubetrieb legt monatlich die Kennzahlen Ausschussquote, Nacharbeitsstunden und Liefertreue fest. Der QM-Beauftragte erfasst die Werte, die Geschäftsführung vergleicht sie mit den Zielwerten. Sobald die Liefertreue unter 95 Prozent fällt, wird eine Ursachenanalyse ausgelöst und eine Korrekturmaßnahme geplant. So wird aus einer nackten Zahl eine steuernde Information.
Normbezug
ISO 9001:2015, Abschnitt 9.1 (Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung), insbesondere 9.1.1 und 9.1.3; IATF 16949:2016, Abschnitt 9.1.1.