Glossar-Begriff · Datenmanagement

Data Governance

Kurz:

Data Governance ist der organisatorische Rahmen aus Rollen, Verantwortlichkeiten, Richtlinien und Prozessen, mit dem eine Organisation ihre Daten steuert. Er stellt sicher, dass Daten verfügbar, nutzbar, integer und sicher sind und regulatorische Anforderungen erfüllen.

Definition

Data Governance legt fest, wer in einer Organisation welche Entscheidungen über Daten treffen darf und nach welchen Regeln Daten erzeugt, genutzt, gespeichert und gelöscht werden. Kern sind definierte Rollen wie Data Owner (fachliche Verantwortung) und Data Steward (operative Pflege), verbindliche Datenrichtlinien und Prozesse zur Qualitätssicherung, zum Zugriff und zur Compliance. Data Governance schafft die Verbindung zwischen Geschäftszielen, IT und regulatorischen Anforderungen wie DSGVO oder EU AI Act. Sie ist die Steuerungsebene über dem operativen Datenmanagement und Voraussetzung dafür, dass Daten als verlässlicher Unternehmenswert genutzt werden können. Ohne Governance entstehen Dateninseln, Qualitätsprobleme und Compliance-Risiken.

Praxisbezug

Ein produzierendes Unternehmen führt Data Governance ein, weil Kunden- und Produktdaten in mehreren Systemen gepflegt werden. Es benennt Data Owner je Fachbereich, definiert eine Richtlinie zur Stammdatenpflege und legt fest, welche Daten für KI-Anwendungen freigegeben werden dürfen.

Normbezug

DAMA-DMBOK; DSGVO Artikel 5; EU AI Act Artikel 10

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