Business Continuity Management (BCM) ist ein Managementsystem, das die Aufrechterhaltung kritischer Geschäftsprozesse bei Störungen und Krisen sicherstellt. Es umfasst die Analyse kritischer Prozesse, die Entwicklung von Notfallplänen und deren regelmäßige Übung. Ziel ist es, Ausfallzeiten zu minimieren.
Definition
Business Continuity Management ist ein ganzheitlicher Ansatz, um die Fortführung kritischer Geschäftsprozesse bei Störungen, Ausfällen oder Katastrophen sicherzustellen. Es umfasst die Business-Impact-Analyse, mit der kritische Prozesse und deren maximale Ausfallzeiten ermittelt werden. Darauf aufbauend werden Wiederanlaufstrategien und Notfallpläne entwickelt. Die Maßnahmen werden regelmäßig geübt, überprüft und verbessert. BCM berücksichtigt auch die Lieferkette, IT-Systeme, Personal und Kommunikation. Die internationale Norm ISO 22301 beschreibt die Anforderungen an ein Business-Continuity-Managementsystem. BCM ergänzt das Notfallmanagement und die Informationssicherheit und ist eng mit dem Risikomanagement verbunden. Für KMU ist ein pragmatischer, auf die kritischen Prozesse fokussierter Ansatz sinnvoll.
Praxisbezug
Ein Produktionsunternehmen analysiert seine kritischen Prozesse und stellt fest, dass ein Ausfall der ERP-Systeme die Fertigung stoppt. Es definiert eine maximale Ausfallzeit von vier Stunden und entwickelt einen Wiederanlaufplan mit Backup-Systemen. Der Plan wird halbjährlich geübt. Nach einem Stromausfall kann das Unternehmen die Produktion dank des Plans innerhalb der Zielzeit wieder aufnehmen.
Normbezug
ISO 22301; ISO/IEC 27001:2022, Anhang A.5.29 und A.5.30