Notfallmanagement umfasst alle vorbereiteten Prozesse und Maßnahmen, mit denen die Organisation auf Notfallsituationen wie Brände, Unfälle oder Gefahrstofffreisetzungen reagiert. Dazu gehören Notfallpläne, Schulungen, Übungen und die Kommunikation mit Einsatzkräften und Behörden.
Definition
Notfallmanagement beschreibt die systematische Vorbereitung auf und Reaktion auf mögliche Notfallsituationen. Die Organisation muss Prozesse festlegen, um auf Notfälle zu reagieren, darunter geplante Reaktionen, Erste-Hilfe-Versorgung, Schulungen und wiederkehrende Übungen. Die Reaktionsfähigkeit ist regelmäßig zu überprüfen und nach Ereignissen anzupassen. Relevante Informationen sind an Beschäftigte, Auftragnehmer, Besucher, Notfalldienste und Behörden zu kommunizieren. Die Bedürfnisse aller betroffenen interessierten Parteien sind zu berücksichtigen. Notfallpläne und zugehörige Prozesse sind als dokumentierte Information aufrechtzuerhalten und aufzubewahren. Notfallmanagement ist eng mit dem Geschäftskontinuitätsmanagement verbunden und trägt dazu bei, Personen zu schützen, Schäden zu begrenzen und den Betrieb nach einem Ereignis wiederherzustellen.
Praxisbezug
Ein Chemiebetrieb erstellt Notfallpläne für Brand, Gefahrstofffreisetzung und Stromausfall, benennt Notfallbeauftragte und hält Kontaktdaten von Feuerwehr und Rettungsdienst bereit. Einmal jährlich führt das Unternehmen eine Evakuierungsübung durch und wertet sie aus. So sind alle Mitarbeitenden im Ernstfall sicher und geübt.
Normbezug
ISO 45001:2018 Kl. 8.2; ISO 14001:2015 Kl. 8.2