Fehlerkosten sind die Kosten, die durch Nichterfüllung von Qualitätsanforderungen entstehen. Sie werden in interne Fehlerkosten (vor Lieferung) und externe Fehlerkosten (nach Lieferung) unterschieden und zeigen die wirtschaftliche Wirkung von Qualitätsproblemen.
Definition
Fehlerkosten sind ein Teil der Qualitätskosten und entstehen, wenn Produkte oder Dienstleistungen die Anforderungen nicht erfüllen. Interne Fehlerkosten fallen vor der Auslieferung an, etwa durch Ausschuss, Nacharbeit, Aussonderung oder erneute Prüfung. Externe Fehlerkosten entstehen nach der Lieferung, zum Beispiel durch Reklamationen, Gewährleistung, Kulanz, Rückrufe oder Imageverlust. Fehlerkosten machen die wirtschaftliche Bedeutung von Qualität sichtbar und liefern eine starke Begründung für Verbesserungsmaßnahmen. Sie werden häufig als Eingabe für die Managementbewertung erhoben. Eine Reduktion der Fehlerkosten ist ein zentrales Ziel der fortlaufenden Verbesserung. Die Erfassung sollte systematisch und nachvollziehbar erfolgen, damit die Zahlen belastbar sind. Fehlerkosten sind ein wichtiger KPI, der Qualität und Wirtschaftlichkeit verbindet.
Praxisbezug
Ein Zulieferer erfasst monatlich die Kosten für Ausschuss, Nacharbeit und Reklamationen. Dabei stellt er fest, dass die externe Fehlerkostenquote durch Gewährleistungsfälle stark gestiegen ist. Die Geschäftsführung investiert daraufhin in eine Prozess-FMEA und senkt die Fehlerkosten im Folgejahr deutlich.
Normbezug
IATF 16949:2016, Abschnitt 9.3.2.1, fordert Kosten infolge Nichterfüllung von Qualitätsanforderungen (interne und externe Fehlerkosten) als Eingabe für die Managementbewertung.