Glossar-Begriff · Kennzahlen & Verbesserung

Korrekturmaßnahme

Kurz:

Eine Korrekturmaßnahme ist eine Maßnahme, die die Ursache einer bereits aufgetretenen Nichtkonformität beseitigt, um deren erneutes Auftreten zu verhindern. Sie geht damit über eine bloße Sofortkorrektur hinaus und wirkt an der Wurzel des Problems.

Definition

Eine Korrekturmaßnahme wird ausgelöst, wenn eine Nichtkonformität festgestellt wurde. Zunächst wird die Abweichung überprüft und die Ursache bestimmt, danach wird geprüft, ob vergleichbare Nichtkonformitäten bestehen oder entstehen könnten. Anschließend wird die erforderliche Maßnahme eingeleitet und ihre Wirksamkeit überprüft. Die Korrekturmaßnahme ist von der Sofortkorrektur zu unterscheiden, die nur das unmittelbare Problem behebt. Ziel ist es, die Fehlerquelle dauerhaft zu beseitigen und Wiederholungsfehler zu vermeiden. Die Ergebnisse werden als dokumentierte Information festgehalten, damit die Maßnahme nachvollziehbar und im Audit prüfbar ist. Der Umfang der Maßnahme muss der Bedeutung der Auswirkungen angemessen sein. Eine wirksame Korrekturmaßnahme schließt typischerweise eine Ursachenanalyse ein, etwa mit dem Ishikawa-Diagramm oder der 5-Why-Methode.

Praxisbezug

In einer Kunststoffspritzerei treten wiederholt Riefen an einem Bauteil auf. Die Sofortkorrektur besteht darin, die betroffenen Teile auszusortieren. Die Korrekturmaßnahme untersucht dagegen die Ursache: eine verschlissene Werkzeugkavität. Nach dem Austausch wird geprüft, ob der Fehler ausbleibt. Erst dann gilt die Maßnahme als wirksam und wird dokumentiert.

Normbezug

ISO 9001:2015, Abschnitt 10.2 (Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen); Begriffsdefinition in ISO 9000:2015, Abschnitt 3.12.2.

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