Glossar-Begriff · KI & Digitalisierung

Digitale Souveränität

Kurz:

Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit einer Organisation, ihre digitalen Systeme, Daten und Prozesse eigenständig und unabhängig zu steuern. Sie umfasst die Kontrolle über Daten, die Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern und die Einhaltung europäischer Werte und Rechtsvorschriften.

Definition

Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit, digitale Technologien, Daten und Infrastrukturen selbstbestimmt und unabhängig zu nutzen und zu gestalten. Für Unternehmen bedeutet dies die Kontrolle darüber, wo Daten gespeichert und verarbeitet werden, die Vermeidung kritischer Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern (Vendor Lock-in) und die Einhaltung europäischer Datenschutz- und Sicherheitsstandards. Strategien zur Stärkung umfassen den Einsatz europäischer Cloud-Angebote, Open Source, Interoperabilität, Datenportabilität und eigene Kompetenzen. Digitale Souveränität ist eng mit Informationssicherheit, Datenschutz und Geschäftskontinuität verbunden und gewinnt durch Regulierungen wie DSGVO, Data Act und NIS2 an Bedeutung. Sie reduziert Risiken durch geopolitische Abhängigkeiten und stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Anbietern.

Praxisbezug

Ein mittelständisches Unternehmen prüft seine Cloud-Strategie auf digitale Souveränität. Es wählt einen europäischen Cloud-Anbieter mit Datenhaltung in der EU, sichert die Portabilität seiner Daten und baut interne Kompetenzen auf, um die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter zu reduzieren.

Normbezug

DSGVO; EU Data Act; NIS2 (Richtlinie (EU) 2022/2555)

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