Der Prozessansatz ist ein Grundprinzip des Qualitätsmanagements, bei dem Tätigkeiten als zusammenhängende Prozesse verstanden, gelenkt und gesteuert werden. Statt einzelner Abteilungen werden Eingaben, Tätigkeiten und Ergebnisse über Funktionsgrenzen hinweg als Wertschöpfungskette betrachtet und fortlaufend verbessert.
Definition
Der Prozessansatz (prozessorientierter Ansatz) ist ein zentrales Element moderner Managementsystemnormen. Er betrachtet die Organisation als ein System zusammenhängender Prozesse, die Eingaben in Ergebnisse umwandeln. Jeder Prozess hat einen Verantwortlichen, definierte Eingaben, Tätigkeiten, Ergebnisse und Messkriterien. Die Wechselwirkungen zwischen den Prozessen werden sichtbar und gesteuert. Der Prozessansatz wird mit dem PDCA-Zyklus und dem risikobasierten Denken kombiniert. Er ermöglicht es, Anforderungen zu verstehen, Wertschöpfung zu erkennen, die Prozessleistung zu messen und Verbesserungen datenbasiert umzusetzen. Typische Werkzeuge sind die Prozesslandkarte und Prozessbeschreibungen. Der Ansatz reduziert funktionsübergreifende Barrieren und verbessert die Wirksamkeit und Effizienz der gesamten Organisation.
Praxisbezug
Ein Auftragsfertiger beschreibt seine Kernprozesse von der Angebotserstellung bis zur Auslieferung als Prozesslandkarte. Für den Auftragsabwicklungsprozess definiert er Kennzahlen wie Durchlaufzeit und Termintreue und legt klare Verantwortlichkeiten fest. Dadurch werden Engpässe sichtbar und gezielt beseitigt.
Normbezug
ISO 9001:2015, insbesondere Einleitung Klausel 0.3 und Klausel 4.4; Grundlagen in ISO 9000:2015 Klausel 2.2.5.