Glossar-Begriff · Risiko & Compliance

Risikobasiertes Denken

Kurz:

Risikobasiertes Denken ist ein präventiver Ansatz, bei dem die Organisation Risiken und Chancen systematisch ermittelt, bewertet und Maßnahmen plant, um unerwünschte Auswirkungen zu verhindern und beabsichtigte Ergebnisse sicherzustellen. Es ersetzt die frühere separate Vorbeugungsmaßnahme und ist fester Bestandteil der Planung jedes Managementsystems.

Definition

Risikobasiertes Denken bedeutet, dass die Organisation bei der Planung ihres Managementsystems die Themen aus dem Kontext sowie die Anforderungen interessierter Parteien berücksichtigt und daraus Risiken und Chancen ableitet. Ein Risiko ist dabei die Auswirkung von Ungewissheit auf ein erwartetes Ergebnis und kann positiv oder negativ sein. Ziel ist es, beabsichtigte Ergebnisse zu sichern, unerwünschte Auswirkungen zu verhindern oder zu verringern, erwünschte Auswirkungen zu verstärken und eine fortlaufende Verbesserung zu erreichen. Die Norm schreibt keine bestimmte Methode vor; die Organisation entscheidet selbst, wie sie Risiken bewertet und behandelt. Maßnahmen müssen verhältnismäßig zur möglichen Auswirkung sein. Typische Optionen sind: Risiko vermeiden, eingehen, Quelle beseitigen, Wahrscheinlichkeit oder Konsequenzen verändern, teilen oder bewusst beibehalten.

Praxisbezug

Ein KMU im Maschinenbau bewertet für jeden Kernprozess die größten Risiken, etwa Lieferverzögerungen bei einem einzigen Schlüssellieferanten oder den Ausfall einer zentralen Fertigungsmaschine. Es hinterlegt in einer überschaubaren Risikoliste Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadensausmaß und eine geplante Gegenmaßnahme. So bleibt der Aufwand gering, während die Geschäftsleitung fundierte Entscheidungen trifft und das Thema im Audit nachvollziehbar darlegen kann.

Normbezug

ISO 9001:2015 Kl. 6.1

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