Glossar-Begriff · Risiko & Compliance

Rechtskataster

Kurz:

Ein Rechtskataster ist ein strukturiertes Verzeichnis aller für die Organisation geltenden rechtlichen Verpflichtungen und sonstigen Anforderungen. Es erfasst Gesetze, Verordnungen, Genehmigungen und Auflagen, ordnet sie den betroffenen Bereichen zu und wird regelmäßig aktualisiert.

Definition

Ein Rechtskataster, auch Rechts- oder Pflichtenverzeichnis genannt, ist das zentrale Instrument, um die für die Organisation verbindlichen rechtlichen Verpflichtungen und anderen Anforderungen systematisch zu erfassen und zu verwalten. Es enthält in der Regel die Fundstelle, den Titel, den Geltungsbereich, die betroffenen Prozesse oder Abteilungen sowie den Umsetzungs- und Bewertungsstatus. Die Organisation muss sicherstellen, dass sie Zugang zu aktuellen rechtlichen Anforderungen hat und diese auf ihre Tätigkeiten anwendet. Das Rechtskataster unterstützt die Bestimmung der bindenden Verpflichtungen und bildet die Grundlage für die Bewertung der Compliance. Es muss laufend gepflegt und an Änderungen der Rechtslage angepasst werden, damit veraltete Einträge nicht zu Fehleinschätzungen führen.

Praxisbezug

Ein Metallverarbeitungsbetrieb pflegt ein Rechtskataster mit rund 40 relevanten Vorschriften, etwa aus Arbeitsschutz, Umweltschutz und Gefahrstoffrecht. Für jede Vorschrift ist ein Verantwortlicher benannt, der die Umsetzung überwacht. Bei einer neuen Verordnung prüft der QMB, ob der Betrieb betroffen ist, und ergänzt den Eintrag.

Normbezug

ISO 14001:2015 Kl. 6.1.3; ISO 45001:2018 Kl. 6.1.3

Verwandte Begriffe