Glossar-Begriff · Kennzahlen & Verbesserung

Vorbeugungsmaßnahme

Kurz:

Eine Vorbeugungsmaßnahme ist eine Maßnahme, die die Ursache einer möglichen, noch nicht eingetretenen Nichtkonformität beseitigt, um deren Auftreten von vornherein zu verhindern. Sie wirkt damit proaktiv und nicht erst nach einem Fehler.

Definition

Eine Vorbeugungsmaßnahme zielt auf eine mögliche Nichtkonformität oder eine andere mögliche unerwünschte Situation ab. Anders als die Korrekturmaßnahme, die auf ein bereits aufgetretenes Problem reagiert, setzt die Vorbeugungsmaßnahme vor dem Ereignis an. Sie beseitigt die Ursache eines potenziellen Fehlers, sodass dieser gar nicht erst entsteht. In modernen Managementsystemen wird die Vorbeugung weitgehend über das risikobasierte Denken abgedeckt: Die Organisation analysiert Risiken und Chancen und leitet daraus Maßnahmen ab. Typische Instrumente sind die FMEA, Risikoanalysen oder die Auswertung von Trends. Eine wirksame Vorbeugungsmaßnahme wird geplant, umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Sie trägt dazu bei, Fehlerkosten, Ausschuss und Kundenbeschwerden zu vermeiden, bevor sie entstehen.

Praxisbezug

Ein Maschinenbauer beobachtet, dass bei einem neuen Bauteil die Toleranzgrenze nahe der Prozessgrenze liegt. Statt auf Ausschuss zu warten, führt er eine Prozess-FMEA durch und stellt die Fertigung auf eine stabilere Maschine um. Die Vorbeugungsmaßnahme verhindert, dass fehlerhafte Teile überhaupt entstehen.

Normbezug

Begriff in ISO 9000:2015, Abschnitt 3.12.1; die Vorbeugung wird in ISO 9001:2015 über das risikobasierte Denken (Abschnitt 6.1) und die Verbesserung (Abschnitt 10) abgedeckt.

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