Glossar-Begriff · QM-Grundlagen & Methoden

MSA

Kurz:

Die Messsystemanalyse (MSA) untersucht, ob ein Messsystem zuverlässig und für seine Aufgabe geeignet ist. Sie bewertet Genauigkeit, Präzision und Messunsicherheit und zerlegt die Streuung in Anteile des Messsystems und des Produkts. Ziel ist, dass Messergebnisse die Realität zuverlässig abbilden und Entscheidungen auf belastbaren Daten beruhen.

Definition

Die Messsystemanalyse (MSA, Measurement System Analysis) ist eine Methode zur Untersuchung der Eignung eines Messsystems. Sie analysiert, wie stark Messgerät, Bediener, Methode, Umgebung und Material zur Gesamtstreuung beitragen. Zentrale Kenngrößen sind Wiederholbarkeit (Repeatability) und Reproduzierbarkeit (Reproducibility), die in Studien wie Gage R&R ermittelt werden. Weitere Eigenschaften sind Abweichung, Stabilität, Linearität und Auflösung. Die MSA stellt sicher, dass Messergebnisse die tatsächliche Produkt- und Prozessqualität zuverlässig abbilden und nicht durch das Messsystem verfälscht werden. Sie wird vor Prozessfähigkeitsuntersuchungen und statistischer Prozesslenkung durchgeführt, damit Entscheidungen auf belastbaren Daten beruhen.

Praxisbezug

Ein mittelständischer Lohnfertiger führt vor einer Prozessfähigkeitsstudie eine Gage-R&R-Studie für eine Messlehre durch. Drei Prüfer messen zehn Teile jeweils mehrfach. Die Auswertung zeigt, dass der Anteil der Messsystemstreuung an der Gesamtstreuung zu hoch ist. Nach der Kalibrierung und Schulung der Prüfer wird die Studie wiederholt und das Messsystem als geeignet bestätigt. Erst danach wird die Prozessfähigkeit beurteilt.

Normbezug

IATF 16949:2016, Abschnitt 7.1.5.1.1

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