Poka Yoke, deutsch Fehlersicherung, bezeichnet technische oder organisatorische Vorrichtungen, die Fehler unmöglich machen oder sofort sichtbar anzeigen. Ziel ist es, fehlerhafte Teile oder fehlerhafte Handlungen bereits an der Quelle zu verhindern, statt sie später zu entdecken. Poka Yoke ist ein zentrales Werkzeug der Fehlervermeidung.
Definition
Poka Yoke (japanisch für Vermeidung unbeabsichtigter Fehler), auch Fehlersicherung oder Mistake Proofing genannt, ist ein Prinzip zur Fehlervermeidung in Produktions- und Geschäftsprozessen. Es umfasst Vorrichtungen und Mechanismen, die entweder einen Fehler physisch unmöglich machen oder einen aufgetretenen Fehler sofort und eindeutig anzeigen. Beispiele sind Formschlüsse, die ein Teil nur in einer Position zulassen, oder Sensoren, die ein fehlendes Bauteil erkennen und den Prozess stoppen. Poka Yoke wird in der Prozess-FMEA berücksichtigt und in den Produktionslenkungsplan übernommen. Die Wirksamkeit der Vorrichtungen wird regelmäßig überprüft, und bei deren Versagen greift ein Reaktionsplan. Ziel ist Null-Fehler-Qualität durch Vermeidung an der Quelle.
Praxisbezug
Ein Automobilzulieferer rüstet eine Montagestation mit einer Poka-Yoke-Vorrichtung aus: Ein Sensor prüft, ob das richtige Bauteil eingelegt ist, bevor der Schrauber startet. Ist das Bauteil falsch, stoppt die Anlage automatisch. Dadurch wird eine häufige Fehlmontage an der Quelle verhindert. Die Vorrichtung wird in die Prozess-FMEA und den Produktionslenkungsplan aufgenommen und regelmäßig auf Funktion geprüft.
Normbezug
IATF 16949:2016, Abschnitt 10.2.4