Glossar-Begriff · Lieferkette & Einkauf

Lieferantenaudit

Kurz:

Ein Lieferantenaudit ist eine systematische, unabhängige Überprüfung eines Lieferanten vor Ort oder remote zur Beurteilung seiner Fähigkeit, Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen konform zu liefern. Es wird als Zweitparteien-Audit durchgeführt und dient der Bewertung, Auswahl, Überwachung und Entwicklung der Lieferantenbasis.

Definition

Das Lieferantenaudit ist ein Zweitparteien-Audit, das von der beschaffenden Organisation selbst oder in ihrem Auftrag durchgeführt wird. Auditgegenstand können das gesamte Managementsystem, einzelne Prozesse, Produkte oder Konfigurationen des Lieferanten sein. Typische Anlässe sind die Erstbewertung vor Vertragsabschluss, die Überwachung kritischer Lieferanten, die Klärung von Leistungsproblemen oder die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems. Das Vorgehen orientiert sich am Leitfaden ISO 19011. Ergebnisse werden im Auditbericht dokumentiert; Feststellungen fließen in die Lieferantenbewertung und in Maßnahmenpläne ein. Lieferantenaudits sind ein zentrales Instrument, um die Konformität extern bereitgestellter Produkte und Dienstleistungen über die gesamte Lieferkette abzusichern.

Praxisbezug

Ein KMU führt bei einem kritischen Gusslieferanten ein jährliches Lieferantenaudit durch, weil dessen Teile sicherheitsrelevante Merkmale tragen. Im Audit prüft der Qualitätsverantwortliche Prozessablauf, Kontrollplan und Messmittel; die Abweichungen werden im Bericht dokumentiert und mit einem Maßnahmenplan verbindlich nachverfolgt.

Normbezug

ISO 19011; IATF 16949:2016 Kl. 8.4.2.4.1

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