Die Lieferantenbewertung ist ein systematisches Verfahren zur regelmäßigen Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Lieferanten anhand definierter Kriterien wie Qualität, Termintreue und Kosten. Sie liefert eine objektive Grundlage für die Auswahl, Steuerung und Weiterentwicklung der Lieferantenbasis und ist Kern des Liefermanagements.
Definition
Die Lieferantenbewertung erfasst die Leistung externer Anbieter über einen definierten Bewertungszeitraum und verdichtet sie zu einer aussagekräftigen Kennzahl. Übliche Kriterien sind die Qualität gelieferter Produkte (Fehlerquote), die Termintreue, die Reaktionszeit bei Reklamationen sowie Preis- und Risikoaspekte. Die Bewertung erfolgt in der Regel nach einem festen Punkteschlüssel, aus dem Lieferanten in Klassen (zum Beispiel A, B, C) eingeteilt werden. Die Ergebnisse fließen in die Freigabeliste, die Lieferantenauswahl und die Neubeurteilung ein. Sie sind zugleich Eingangsgröße für Lieferantenentwicklungs- und Korrekturmaßnahmen. Eine regelmäßige, nachvollziehbare Bewertung dokumentiert die Erfüllung der Anforderungen an die Steuerung extern bereitgestellter Produkte und Dienstleistungen und schützt das Unternehmen vor Risiken durch unzuverlässige Lieferanten.
Praxisbezug
Ein mittelständischer Metallverarbeiter bewertet seine Lieferanten quartalsweise über ein Punktesystem mit Gewichten für Qualität, Termintreue und Reklamationsverhalten. Ein Lieferant, der wiederholt unter die Zielschwelle fällt, wird in der Freigabeliste zurückgestuft und erhält einen konkreten Maßnahmenplan, bevor über eine Neuauslistung entschieden wird.
Normbezug
ISO 9001:2015 Kl. 8.4; IATF 16949:2016 Kl. 8.4.2.4